Risikobericht62 Risikomanagementsystem Die Steuerung von Chancen und Risiken wird bei E.ON als normaler und bewusster Bestandteil der Unternehmensfüh- rung angesehen. Demnach besteht das Risikomanagement- system aus einer Vielzahl von Bausteinen, die in die gesamte Aufbau- und Ablauforganisation von E.ON eingebettet sind. Damit ist das Risikomanagementsystem integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Zu den Bausteinen des Risikomanagementsystems zählen im Wesentlichen konzernweite Richtlinien und Berichtssysteme, der konzernweit einheitliche Strategie-, Planungs- und Controllingprozess, die Tätigkeit der internen Revision sowie die gesonderte konzernweite Risikoberichterstattung auf Basis des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unter- nehmensbereich (KonTraG) und die Einrichtung von Risiko- komitees. Unser Risikomanagementsystem zielt darauf ab, die Unternehmensleitung in die Lage zu versetzen, frühzeitig Risiken zu erkennen, um rechtzeitig gegensteuern zu kön- nen. Die konzernweiten Planungs-, Steuerungs- und Berichts- prozesse werden kontinuierlich auf Effektivität und Effizienz überprüft. Darüber hinaus erfolgt gemäß den gesetzlichen Anforderungen eine regelmäßige Überprüfung der Wirksam- keit unseres Risikofrüherkennungssystems durch unsere interne Revision und durch die Abschlussprüfer. Risikomanagement und Versicherung Die E.ON Risk Consulting GmbH ist als 100-prozentige Toch- ter der E.ON AG für das Versicherungs-Risikomanagement im E.ON-Konzern verantwortlich. Sie entwickelt und optimiert Lösungen für die betrieblichen Risiken des Konzerns durch Versicherungs- und versicherungsähnliche Instrumente und deckt diese in den internationalen Versicherungsmärkten ein. Hierzu stellt E.ON Risk Consulting GmbH unter anderem die Bestandsführung, das Schadenmanagement, die Abrech- nung der Versicherungsverträge und -ansprüche sowie die entsprechende Berichterstattung sicher. Risikokomitee Gemäß den Bestimmungen von § 91 Abs. 2 AktG zur Einrich- tung eines Überwachungs- und Risikofrüherkennungssystems sowie den Mindestanforderungen an ein Risikomanagement bzw. an den Einsatz von Finanzinstrumenten bei Industrie- unternehmen auf Grundlage der Mindestanforderungen für das Betreiben von Handelsgeschäften (MaRisk) hat der Vor- stand der E.ON AG ein Risikokomitee für die E.ON AG einge- richtet. Das Risikokomitee stellt als Gremium unter Beteiligung von maßgeblich beteiligten Bereichen und Abteilungen der E.ON AG die Umsetzung und Einhaltung der durch den Vor- stand beschlossenen Strategie zur Risikopolitik im Commodity- und Kreditrisikobereich sicher und entwickelt diese weiter. Risikolage Im Zuge unserer geschäftlichen Aktivitäten sind wir einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unserem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Für den E.ON-Konzern und somit auch für die E.ON AG bestehen im Wesentlichen folgende Risiken: Marktrisiken Das internationale Marktumfeld, in dem sich unsere Market Units bewegen, ist durch allgemeine Risiken der Konjunktur gekennzeichnet. Unser in- und ausländisches Energiegeschäft sieht sich zudem einem verstärkten Wettbewerb ausgesetzt, der unsere Margen reduzieren könnte. Die seit 1998 zu Beginn der Liberalisierung des deutschen Strommarktes rückläufigen Preise stiegen seit dem Jahr 2001 wieder an. Gegenwärtig übersteigen die Einzelhandelspreise das Niveau von 1998. Auch die Preise für den Absatz an Weiterverteiler sowie industri- elle Kunden haben sich erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf gestiegene Brennstoffpreise sowie zusätzliche Steuern und Abgaben zurückzuführen. Die angekündigten Strompreisan- hebungen zum 1. Januar 2008 wurden im Herbst 2007 von der Öffentlichkeit stark kritisiert. Da im Hinblick auf die wei- ter ansteigenden Energiekosten Strompreisanhebungen in der Zukunft nicht ausgeschlossen werden können, rechnen wir mit einem zunehmenden politischen Druck. Im europä- ischen Vergleich liegen die deutschen Großhandels- und Ein- zelhandelspreise bereinigt um Steuern und Abgaben im Mittelfeld. Erhöhter Wettbewerbsdruck durch bestehende bzw. neu hinzukommende Marktteilnehmer könnte beispielsweise unseren britischen oder schwedischen Marktanteil im Groß- und Einzelhandelsbereich nachteilig beeinflussen. Neben unse- ren Aktivitäten in Großbritannien und den skandinavischen Ländern sehen wir grundsätzlich auch wettbewerbsbedingte Margenrisiken hinsichtlich unserer Geschäftstätigkeit in Ost- bzw. Südeuropa sowie den übrigen Strommärkten, in denen wir aktiv sind, und möglicherweise noch dazu in Strommärkten, in denen wir uns zukünftig bewegen wollen. E.ON Ruhrgas sieht sich im Gasbereich ebenfalls einem zunehmenden Wett- bewerbsdruck ausgesetzt. Durch ein umfassendes Vertriebs- controlling und ein intensives Kundenmanagement begrenzen wir diese Risiken.

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